Der Sieger

Der Kandidat Lindenau ist nach Stichwahl Lübecks neuer Bürgermeister geworden.
Es ist ein versöhnliches Ende mit Schulterzucken.

Die Wahlbeteiligung war, wie vorausgesehen, noch geringer, der Kandidat Lindenau war weder die bessere, noch die schlechtere Wahl, sondern überhaupt keine für mehr als zwei Drittel der Lübecker, die berechtigt gewesen wären, ihn nicht zu wählen.
Sie sahen aber keine Alternative.

Als Wahlkämpfer war Lindenau populistisch, ein Populist bleibt er auch danach:
»›Die Zeit der Eitelkeiten im Rathaus ist vorbei. Wir werden ein Auge dafür haben, was die Menschen bewegt.‹«
Letzteres ist – ohne Hand, ohne Fuß und ohne Ohr, das andere Auge vermutlich blind – bloß eine Phrase.

Irren wir uns?
Wo kommt er her?
Neu-Bürgermeister Lindenau ist Mitglied der SPD. Bislang war er das, was man einen Banker nennt, genauer gesagt war er Commerz-Banker.
Wenn man nun jemals ein Auge auf diese Bank gehabt hat, hat man gesehen, dass bei dieser Bank ein Girokonto bei monatlichem Geldeingang von mindetens 1300 Euro kostenlos ist.
Kommt weniger herein, also etwa von Niedriglöhnern, Rentnern, Bedürftigen etc., muss man die Perspektive wechseln wie Lindenau als Kandidat

und siehe, es ändert sich das »kostenlose« Girokonto, indem es dann 9,90 Euro kostet.
Das bewegt aber offenbar die Menschen nicht.

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