Obertravestie

Das Klima passt sich dem Wahn…Wandel an, die Sommer kommen aus der Überhitzung der Menschenwelt, hinter deren rasender Höll…Höhenfahrt die extremen Wetter aufwirbeln.
Der trockene Sommer, nach denen die Propheten des Klimawandels gedürstet hatten, schien vorbei, da erschien im Lübecker Wochenspiegel vom 25.Aug. ein heißer Bericht von OP, der geradezu mustergültig die Konfrontation der Realität darstellt, die es mit der Wirklichkeit zu tun bekommen hat. Es ist allerdings fraglich, wie man das, was am Ende dabei herauskommt, nennen soll.
Es scheint, es hat noch keinen Namen.

Überschrift:
»Künstler zeigt Zivilcourage und wird angegriffen.«

Ein Außenseiter.
Wer will und kann hier Außenseiter sein? Modernere Kunst in Lübeck als das Kaputte von Lüpertz? Oder nur Zivilcourage als Performance?
Es ist schon so, dass es, nach allem, was man so hört und sieht, für Betrachter und Kunstexperten immer schwieriger wird zu entscheiden, ob etwas moderne Kunst ist. Deren Kunstwert wird manchmal unwerwartet übertroffen vom Wert der Zivilcourage und der Freiheit, sie zu zeigen, und da stellt sich die Frage, ob der Kunstwert der Realität höher steht und das Werk weg muss.
So geschehen dieser Tage in Wiesbaden.

In Lübeck als Künstler wegen Zeigens von Zivilcourage angegriffen zu werden, ist nach unserer Erfahrung zwar möglich, aber kaum wahrscheinlich. Das würde ja Beachtung bedeuten und das Eingehen unkalkulierbarer Risiken, nicht zu vergessen die Arbeit, die das macht.
Also wird sowas für gewöhnlich ignoriert oder man »anästhesiert« (betäubt) sich dagegen nach Methode Engholm.
Was nicht dekoriert, das schafft es normalerweise nicht in die Zeitung.
Womit hat es dieser Künstler geschafft?

»Der Angriff geschah mitten am Tag, ausgerechnet an der sehr belebten Obertrave:«,

und vergessen ist die Zivilcourage.

Ob der Reporter meint, Vorrang habe, dass es sich für einen Angriff auf einen Künstler mitten in der Zivilcourage nicht gehört hätte, mitten am Tag zu geschehen, dass er mitten in der Nacht stattfinden müsste und an einem weniger belebten Ort, und sicher nicht ausgerechnet an der sehr belebten Obertrave?
Wieso ausgerechnet bleibt unerklärt, steigert aber das Unerhörte.

Der Angriff mitten am Tag scheint für den Reporter OP jedenfalls unbedingt Priorität zu haben.
Vielleicht hat er sich gefragt, ob die angreifende Zivilcourage um diese Tageszeit nicht womöglich mehr Zivilcourage erfordert hat als die angegriffene und deshalb voran gestellt gehört?

»Der Künstler Reinier Haenen – Lübeckern besser bekannt als Travestie-Star Hertha Ottilie van Amsterdam –«

Vorbildliche und konsequente Erfüllung der Informationspflicht!
Reinier Haenen
kennen nun auch die, die ihn noch nicht als Hertha Ottilie van Amsterdam kannten!
Eine Kleinigkeit noch:
»verkauft Tickets für seine abendlichen Revue-Vorstellungen. Da beobachtet der Holländer, wie ein junger Mann ein Verkehrsschild demoliert.«,

das hatte noch gefehlt: Hertha Ottilie van Amsterdam ist auch Holländer.

»Offenbar ärgert sich der Autofahrer über ein „Knöllchen“. Haenen fotografiert den Vorgang mit seinem iPad, und wird von dem „Muskelpaket“ aggressiv bedrängt. Als Haenen sich weigert, dem Angreifer sein iPad auszuhändigen, kommt ein zweiter Mann hinzu. Gemeinsam drängen die Angreifer den Künstler in seinen Theaterwagen, bedrohen ihn mit einer Eisenstange.«

Kann man nun sagen, hier wurde über Haenen so ausführlich informiert, weil der Holländer bei dem Muskelpaket öffentliches Ärgernis erregt hatte?
Wir waren gespannt darauf, wieviel Informationen es über dieses geben werde.
Aber bevor es unübersichtlich wird: Junger Mann=Autofahrer=Muskelpaket=Angreifer.

Junger Mann demoliert ein Verkehrsschild, weil er sich als Autofahrer über ein Knöllchen geärgert hat. Dr. Jekyll hat sich in Mr. Hyde verwandelt, das ist soweit in Ordnung.
Offenbar sind beide zusammen, junger Mann und Autofahrer, imstande gewesen, als Ursache des Knöllchens das Verkehrsschild zu abstrahieren und es mitten am Tag zu verhauen als erzieherische öffentliche Züchtigung der Ursache.
Das Problem mit Haenen übertrugen sie dann unmittelbar Muskelpaket, den immer mehr junge Herrenmänner und Autofahrer sich anschaffen oder schon angeschafft und stets dabei haben, um Respekt und Ehrfurcht durchzusetzen und nicht auszusehen, als seien sie auf Toleranz angewiesen.
Hilft die Präsenz von Muskelpaketen nicht und haben auch tätowierte Totenköpfe, Höllenfratzen und ähnliche Stillleben nicht die schreckende Wirkung, gibts drohende Fragen und Ermahnungen (Eisenstange).
Je nach Ort und Zeit kann die Maßnahme, wenn nicht anders gewollt, jederzeit bis zur retro-middle age Prügelstrafe reichen, das´ gar kein Problem.

Als junger Mann und Autofahrer fotografiert wurden, ist Muskelpaket entsprechend aus deren Haut gefahren.

Abgesehen vom zweiten Mann ist es nach unserer Ansicht nicht nur Muskelpaket allein gewesen, das den Künstler, Reinier Haenen, Hertha Ottilie van Amsterdam, den Holländer und das Opfer aggressiv bedrängt hat.
Als der zweite Mann sah, es sind diese fünf gegen drei: junger Mann, Autofahrer, Muskelpaket, ist er dazugestoßen.
Zusammen mit Eisenstange waren es dann auch fünf, einer für alle, alle für einen.

»Durch Zufall kann das Opfer sich befreien, ruft um Hilfe. Zwei Polizeiwagen sind einige Minuten später vor Ort.«

Wie dieser Zufall aussah, wird leider nicht beschrieben.

„Das alles hat bestimmt drei bis fünf Minutern gedauert, sagt Haenen. Viele Passanten hätten geschaut, aber nichts unternommen. „Dabei haben doch heute bestimmt 90 Prozent der Leute ein Handy, hätte die Polizei informieren können.“ Ein junges Paar hätte sich später bei ihm entschuldigt, weil ihm die Nummer der Polizei nicht bekannt gewesen sei – sie mussten sie erst googlen.«

Sich entschuldigt? Das können nur Ausländer gewesen sein.
Gegooglet wurde: Polizei 110, Feuerwehr/Krankenwagen 112.
OP hat nicht gegooglet, aber hätte ist stets Konjunktiv, es muss also heißen, „ein junges Paar habe sich später bei ihm entschuldigt.“

»Einer der beiden Angreifer hat sich später bei der Polizei gemeldet, muss sich nun verantworten wegen Körperverletzung, schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Mann ist 23 Jahre alt, kommt aus Lübeck.«
Mehr muss man nicht wissen.

Wie gesagt kann ein Reporter mit Namen, Berufen, Herkunft nicht immer so freizügig sein, wie andere mit Eisenstangen, es sei denn, einer ist den Lübeckern besser bekannt als Travestie-Star Hertha Ottilie van Amsterdam. Da hatte der Reporter OP keine andere Möglichkeit, er musste Reinier Haenen als den Namen nennen, unter dem der Holländer Lübeckern womöglich weniger bekannt ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass also jemand allerlei Gewalttaten begangen hat, um jemanden daran zu hindern, seine Identifizierung zu ermöglichen.
Der das verhindern wollte, dessen komplettes Pipapo bringt dann die Zeitung, zwar ohne Wohnadresse und BIC, aber sonst hatte das Opfer scheinbar jeden Gefallen verdient, der bekannt macht, wer sich so couragiert für Verkehrsschild, Beweisaufnahme und Identifizierung eingesetzt und letztlich auch seine eigene Identität zur Verfügung gestellt hat.
Nur konsequent.

Das, finden wir, ist die Realität.

»Reinier Haenen wurde bei dem Angriff leicht verletzt. Schwerer wiegt aber die psychische Belastung: „Ich habe im Moment gar keine große Lust, wieder zum Wagen zu gehen“, sagt er zwei Tage später. Vielleicht, sagt Haenen, sei es eine Dummheit gewesen, aktiv ins Geschehen einzugreifen und nicht einfach still die Polizei zu informieren. Die Polizei sagt, man solle Zivilcourage zeigen, sich aber selbst nicht in Gefahr bringen.«

Da hat er dazugelernt: konnte nach seiner (und unserer) Gewohnheit die Wirklichkeit noch Realität sein, muss man in einer immer komplizierter werdenden Welt damit rechnen, dass die Realität allerlei psychische Belastungen verursachen kann, wenn sich heraustellt, dass sie nicht auch in dieser Realität wirksam ist, sondern in der Wirklichkeit.
Dazu sagt unsere Kollegin Lotte:
›Angenommen, mein voller Name stünde in der Zeitung und dass ich Lübeckern besser bekannt sei als Hulda von Dingsda, ab da hätte ich auch keine große Lust mehr, zu meinem Wagen zu gehen.
Irgendwie auch weniger Lust als der omonöse Angreifer zur Polizei zu laufen und sich – wahrscheinlich an der Hand eines Anwalts – zu stellen. Und Reporter OP?  
Warum ist er da nicht hingelaufen und hat für dieses Zeigen von Zivilcourage das entsprechende Interview gemacht?
Ist er so sicher, dass der Mann identisch ist mit einem der beiden Angreifer, der seine Identifizierung mit Gewalt verhindern wollte, und es fehlt ihm an Courage?
Es könnte doch andererseits ein Bruder eines der beiden Angreifer sein, der rausfinden will, wie eindeutig sein Bruder identifiziert worden ist und werden kann. Die Ähnlichkeit ist groß, und wenn es dicke kommt, sagt er, ich wars ja gar nicht, und wers war, muss ich das in einem Rechtsstaat sagen?
Dann hätten die Beamten die Aufgabe, zu beweisen, welcher von den Brüdern es gewesen ist. Siehste. Dumm gelaufen. Und das ist nur eine Möglichkeit.‹

Dem widerspricht Hans:
›Das seh ich anders. OP hat seinen Beruf gelernt und darum nicht anders gekonnt, als jungen Mann, Autofahrer und Muskelpaket auseinander zu halten.
So kann ein reuiger junger Mann übrig bleiben, der sich selbst gestellt hat. Er hat für sich Verantwortung übernommen in der begründeten Hoffnung, dass man ihm die Taten von Autofahrer und Muskelpaket so vielleicht nicht gänzlich zutrauen und anlasten wird, wenn der Eindruck entsteht, dass auch er gegen diese beiden nicht ankam.
Er war zu schwach, ihnen zu widerstehen, zu schwach aber auch dafür, die Scheiße die sie gebaut haben, auf dem Gewissen zu haben.
Er kann sich sicher gar nicht erklären, wie es zu all dem kommen konnte. Eben hatte der zweite Mann noch malerisch am Kiosk an der Obertrave gesessen, da kam Dr. Jekyll, sein Auto zu holen – das Knöllchen, Hyde kam zum Vorschein, dann…
Gutes Beispiel dafür, dass allerhand parallel existiert, nicht nur Gesellschaften, auch Personen, junge Männer, parallel zu unserer Realität existiert inzwischen auch eine Wirklichkeit.‹

Lotte: ›Und die lebenden Toten.‹

Es gibt aber Beispiele, die die Wirklichkeit zeigen, wenn sie mit der Realität übereinstimmt, z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=ROCrGvYdfmg

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